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Ein Blick nach Bella Italia: Italien war wie Deutschland ein politischer Flickenteppich. Ein sehr großer Flicken in diesem Teppich war der Kirchenstaat. Er reichte von Rom bis an die Adria und im Norden bis nach Bologna - mit dem Papst als Herrscher. In Italien gab es - wie in Deutschland - eine bürgerlich-liberale Einigungsbewegung. 1859 begann der italienische Einigungskrieg, und schon 1860 wurde das Königreich Italien gegründet. Der Papst verlor dabei 2/3 seines Staatsgebietes.

Katholiken aus ganz Europa schickten Solidaritätsadressen an den Papst. Aber der Paderborner Bischof Konrad Martin legte noch einen Zahn zu: Er stiftete kirchentreue Paderborner Bürger an, sich an den preußischen Prinzregenten zu wenden, er möge sich - als Herrscher einer europäischen Großmacht - für den Papst stark machen. Protestanten und Liberale in Preußen waren empört. Und Paderborn hatte von Stund an seinen Ruf weg als "schwarzes Paderborn".

Wir fanden das Spottgedicht des Kladderadatsch von 1859 so schön, dass wir es mit einer passenden Melodie versahen und es hier zum Besten geben. Die Bulle "De Salute Animarum" in der 2. Strophe stammte aus dem Jahr 1827 und regelte die Zahlungen des Preußischen Staates an die katholische Kirche

lyrics

An unsere lieben Paderborner

Gelesen haben wir mit Schmerz
die rührenden Adressen
und alles Leid das euer Herz
durchdolcht, gar wohl ermessen.
Wir wollen auch, ihr frommen Herrn
euch kondolieren herzlich gern
und hälfen euch noch gerner;
ihr lieben Paderbörner.

Wir sind verpflichtet eurem Weh
zu steuern! Warum? Darum!
Wir haben ja die Bulle "de
salute animarum"!
Ja wir, ein protestantscher Staat
wir schlossen einst ein Concordat
und denken deß auch ferner;
ihr lieben Paderbörner.

Wir sind verpflichtet gegen die
katholschen Staatsgewalten,
wir Ketzer gegen Anarchie
den römschen Stuhl zu halten.
Geduld, Geduld, wir stoßen gleich
für des heilgen Vaters weltlich Reich
in unsre Kriegeshörner;
ihr lieben Paderbörner.

Wir ziehen ihm zu Hilfe aus
ist’s auch nicht heut und morgen.
Wir haben erst im eignen Haus
noch einiges zu besorgen.
Und bis dahin fällt, glaubt es nur,
in der Geschichte Stundenuhr
wohl manches hundert Körner;
ihr lieben Paderbörner.

Auch fehlen uns zum Kriege bloß
ein Thaler und acht Groschen.
Sind die erst da, dann geht es los
dann tapfer drauf gedroschen.
Dann geht im Rosinantentrott
ganz Preußen drauf als Don Quixote
und zwar als ganz moderner;
ihr lieben Paderbörner.

Einstweilen fasst euch mit Bedacht
und bambadiert indessen
des bösen Feindes Übermacht
mit feurigen Adressen.
Denkt jedem ist sein Ziel gesetzt,
auch Satana’s läuft noch zuletzt
sich selber ab die Hörner;
ihr lieben Paderbörner.

credits

from Einmal Canossa und zurück - Von Päpsten und Preußen, zwischen Halleluja und Habacht, released November 11, 2007
Text: Kladderadatsch 1859 / Musik: Klaus Irmscher

Hanne - Tuba
Jörg: - Basstrompete
Klaus - Mandola, Hauptgesang

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Liederjan Germany

Liederjan? Was machen die eigentlich? Ist es Folk, Chanson, Kabarett, Comedy oder einfach nur Dummtüch? - Die Antwort weiß der Wind und natürlich die Truppe selbst, sie lautet: Ein bisschen von allem, aber mehr so: Liederjan.

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